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Alt 02.10.2015, 17:58
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Lukinya Weiblich Lukinya ist offline
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Kapitel 02 –

Alte Bekannte

Isaac und Emma spielten sich schnell aufeinander ein. Jeden Tag lernten sie mehr und mehr über die Macken und Vorlieben des anderen. Isaac zum Beispiel musste lernen das Emmas Kochkünste eher bescheiden waren. Wenn er es nicht schaffte morgens vor Emma aufzustehen bekam er regelmäßig verbrannte Waffeln und Pfannkuchen zum Frühstück. Natürlich war Isaac Emma dankbar fürs Kochen. Immerhin hatten die Waffeln ja auch ihren eigenen, köstlich verbrannten, Geschmack und wo bekam man so etwas sonst jeden Tag frisch auf den Tisch? Trotzdem war es ihm eindeutig lieber wenn er kochen konnte. Leider klappte das nicht immer und manchmal, wie an diesem Tag, schlief Isaac deutlich länger als sonst. Der Preis dafür waren dann natürlich verbrannte Waffeln. Tja, da musste man als Mann wohl durch.
Isaac seufzte und starrte schon eine ganze weile die verkohlten Waffeln auf seinem Teller an. Wenn er sie nur lange genug anschauen würde, dann würde die verkohlte Kruste bestimmt abfallen und darunter würden sich dann leckere, saftige Waffeln befinden. Soweit zumindest die Theorie. In der Praxis funktionierte das leider überhaupt nicht.
"Warum verbrennen die Waffeln bei dir ständig? Müsstest du nicht langsam mal genug Übung im Kochen haben?" maulte Isaac missmutig und starrte immer noch kritisch auf die Waffeln. Für diesen Satz fing Isaac sich sofort einen Klaps auf den Hinterkopf ein. Zufrieden nahm Emma den Schmerzenslaut von Isaac zur Kenntnis. Der war einfach nur Balsam für ihre Seele ... und für ihr angekratztes Ego.

"Du musst es ja nicht essen wenn es dir nicht passt." antwortete Emma beleidigt und sah dabei zu wie Isaac sich immer noch die schmerzende Stelle am Hinterkopf rieb.
"Ich mein ja nur ..." nuschelte Isaac und ging schließlich doch dazu über diese schwarzen Waffeln zu verputzen. Emma sah ihm dabei zu.
"Du hast heute deinen freien Tag oder? Lass uns etwas unternehmen. Ich bestehe auf meinen Emma-Tag." Emmas Worte ließen keinerlei Widerspruch zu und Isaac hatte ohnehin keine Wahl. Sie hatten diesen Emma-Tag vertraglich geregelt und somit musste sich Isaac auch daran halten. Er hatte zwar eigentlich nicht vor heute großartig das Haus zu verlassen aber manchmal musste ein Mann eben tun was ein Mann eben tun musste. Emma-Tage gehörten augenscheinlich wohl dazu.
"Okay." stimmte Isaac schließlich zu und Emma lächelte zufrieden. Das sie dabei unheimlich niedlich aussah war ihr anscheinend nicht bewusst und Isaac traute sich auch nicht ihr das zu sagen.

Emma wunderte sich ein wenig über die roten Wangen ihres Gegenübers aber wer wusste schon an was Isaac schon wieder dachte. Emma räumte lieber den Tisch ab und machte sich fertig als an Isaac und seine, höchstwahrscheinlich komischen, Gedanken zu denken.
Beide brauchten nicht lange bis sie Startklar waren. Sie packten alles nötige für ein Picknick ein und noch ein paar andere Sachen für einen Tag am Strand. Mit dem Auto war es bis zum Strand nicht sehr weit und Isaac war der festen Überzeugung das er fahren würde - zumindest bis er aus der Haustür trat.

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Isaac blinzelte einige Male aber das Bild von seinen Augen veränderte sich nicht. Das stand ein Pferd in ihrem Garten. Ein richtiges Pferd.
"Emma!" rief Isaac sofort nach seiner Mitbewohnerin. Diese kam auch sofort angelaufen. "Was ist denn?" fragte Emma besorgt. Isaac hatte nämlich leicht panisch geklungen. Isaac antwortete Emma nicht sondern zeigte nur wortlos auf das Ungetüm vor ihm.
"Oh." sagte Emma nur als sie das Pferd sah. "Da steht ein Pferd in unserem Garten." stellte sie fest.
"Vielen Dank für diese Information, Emma!" erwiderte Isaac sarkastisch und fing sich dafür einen bösen Blick von Emma ein.
"Wie kommt ein Pferd in unseren Garten?" fragte Isaac verständnislos und sah Emma an. Diese wurde plötzlich ganz still. Isaac massierte sich gestresst den Nasenrücken. Er ahnte die Antwort bereits.
"Du hast ein Pferd geklaut." stellte er fest. "Ich habe es gerettet!" protestierte Emma sofort. "Es stand so alleine auf der Weide herum und da hab ich es eben mitgenommen." erklärte Emma. Isaac konnte es nicht fassen. "Das ist Diebstahl!" Isaac raufte sich die Haare. Diese Frau war nicht zu fassen! Sich kleine Dinge auszuleihen ging ja irgendwie noch aber wer bitte klaute ein ganzes Pferd? Wie auffällig war das denn bitte?
"Bring es zurück, Emma." sagte Isaac mit ruhiger Stimme und fing sich dafür sofort einen entsetzten Blick von Emma ein. "Auf gar keinen Fall! Ich habe das Pferd über Wochen hinweg beobachtet und nie hat sich jemand darum gekümmert. Ich musste es einfach mitnehmen."
Isaac seufzte schwer. "Das verstehe ich ja aber trotzdem kannst du es nicht einfach so mitnehmen. Du hättest den Tierschutz rufen sollen." Was lief nur falsch in Emmas hübschen Kopf?
"Die hätten doch eh nichts unternommen." behauptete Emma und verschränkte abwehrend die Arme vor der Brust. Isaac wurde das ganze langsam etwas zu viel. "Okay." seufzte er. "Wir behalten das Pferd aber wenn ich feststelle das dieses Pferd als gestohlen oder vermisst gemeldet wird dann wirst du dafür gerade stehen." stellte Isaac klar. Emma nickte zustimmen.
"Wollen wir dann mal gehen?" fragte Isaac schließlich. Er wollte sich nur noch entspannen. Emma nickte. "Ja. Lass uns zum Strand reiten." schlug Emma vor. Isaac betrachtete erst Emma kritisch und dann das Pferd. "Ich glaube es ist keine so gute Idee zu zweit auf einem Pferd zu reiten." Emma sah ihn plötzlich schuldbewusst an und Isaac begann schlimmes zu ahnen. Erst recht als Emma ihm andeutete sich umzudrehen.

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Isaacs entsetzter Aufschrei war in der ganzen Nachbarschaft zu hören gewesen. Emma hatte nicht nur ein sondern gleich zwei Pferde 'gerettet'. Immerhin wäre ein Pferd alleine sicherlich einsam gewesen. Wer bitte hätte also nicht so gehandelt wie Emma? Isaac war unfähig gewesen auch nur noch irgendetwas dazu zu sagen und hatte einfach resigniert. Auch als Emma darauf bestand das sie zum Strand ritten sagte er nichts. Emma hatte ihn schon wieder sämtliche Nerven gekostet und er musste erst wieder zu Kräften kommen.

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Zum Glück für Isaac wurde zumindest der Nachmittag sehr angenehm und schön.
Das Wetter war herrlich und das Wasser richtig schön warm. Ideale Bedingungen also für einen Tag am Strand. Emma und Isaac genossen diesen Tag richtig und probierten die unterschiedlichsten Dinge aus. Sie gingen zum Windsurfen, spielten Frisbee und entspannten sich einfach nur in der Sonne.
Am Ende ihres Ausflugtages, es war schon längst dunkel geworden, hatte Isaac die Sache mit den Pferden schon wieder fast vergessen und Emma war sichtlich froh darüber. Zum Abschluss des Tages machten sich beide noch über das mitgebrachte Picknick her.

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"So einen schönen Tag hatte ich schon lange nicht mehr." gestand Emma und brachte Isaac dazu erstaunt aufzusehen. Er wollte gerne fragen wie Emma das genau meinte aber er hatte das Gefühl das er wenigstens einmal sensibel sein sollte. Emma schien das zu schätzen, denn sie sprach weiter.
"Ich war früher oft mit meinem Ex-Freund hier. Das war bevor er seine Leidenschaft für meine beste Freundin entdeckt hat." seufzte Emma traurig. Isaac hoffte inständig das sie nicht in Tränen ausbrechen würde. Damit konnte er nämlich überhaupt nicht umgehen.
"Ein Mann der dich belügt und betrügt ist keinen Gedanken wert." antwortete Isaac ruhig und irgendwie sogar ein wenig einfühlsam.
Emma konnte nur überrascht aufsehen. Vielleicht steckte in dem Kerl ja doch noch irgendwo ein sensibler Mann?
"Das stimmt wohl. Allerdings bin ich jetzt eben oft alleine da er mir nicht nur unsere Beziehung sondern eben auch meine beste Freundin genommen hat."
Ja, das war eine schwere Zeit gewesen. Emma wollte mit diesem Mann alt werden. Sie wollte ihn heiraten und Kinder bekommen. Einfach eine große und glückliche Familie haben. Aber natürlich kam wie immer alles anders.

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Nachdem sie ihren Freund und ihre beste Freundin erwischt hatte, hatte Emma sofort ihre Konsequenzen daraus gezogen. Noch am selben Tag hatte sie ihren nun Ex-Freund vor die Tür gesetzt und mit ihrer ehemaligen besten Freundin hatte sie seitdem kein einziges Wort mehr gewechselt.
"Ist doch egal." unterbrach Isaac Emmas Gedankengänge. "Du hast doch jetzt mich." grinste Isaac frech und brachte Emma damit doch tatsächlich zum Lachen.
Damit waren die trüben Gedanken verflogen und beide ließen den Abend gemütlich und vielleicht sogar ein klein wenig romantisch ausklingen.
An diesem Abend spürten beide das sich etwas zwischen ihnen verändert hatte aber sie konnten nicht in Worte fassen was diese Veränderung genau war. Sie fühlten sie nur beide, ganz deutlich und tief in sich drin.

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Als beide an diesem Abend nach Hause kamen waren sie glücklich und irgendwie so richtig gelöst. Beide machten Witze über Emmas kleptomanische Ader und Isaac fing sich so manches mal einen sanften Schlag auf den Hinterkopf ein. Alles war harmonisch - bis es an der Tür klingelte. Isaac blieb im Wohnzimmer um einen netten Film herauszusuchen, der Abend sollte nämlich noch lange nicht vorbei sein und Emma machte sich daran die Haustür zu öffnen.
Als sie die Person am anderen Ende der Tür erkannte verschlug es ihr sofort die Sprache. Was wollte der denn hier?

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Vielen Dank an Bluetenhonig für Ronny.
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