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  #11 (permalink)  
Alt 19.01.2014, 20:36
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Klaudia gefällt mir schon mal sehr gut.

Aber sie ist ja ganz schon schüchtern, dass sie sich noch nicht mal traut normal mit dem Verkäufer zu sprechen, sondern flüstert. Es ist schließlich sein Job, er will ihr etwas verkaufen und wird ihr nicht den Kopf abreißen.

Es war keine so gute Idee solange unterwegs zu sein, aber zum Glück hat es ja nicht geregnet in der Nacht.

Ich verstehe nur nicht, warum sie nicht am Vorabend ihre Eltern angerufen hat, damit sie ihr helfen. Gut sie hat das Studium nicht geschafft, aber ihre Eltern hätten ihr den Kopf schon nicht abgerissen. Sie haben Verständnis für sie. Sie sollte sich vielleicht nicht so viele Gedanken machen, wie andere reagieren.

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
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Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden,
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Erich Kästner
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Alt 25.01.2014, 15:33
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Kapitel 3: Ein anderer Blickwinkel

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Es war wunderbar entspannend, die Nacht in einem richtigen Bett zu verbringen. Außerdem schlief es sich umso besser, wenn man kein schlechtes Gewissen mehr haben musste, weil man seine Eltern belog. Meine gute Laune wurde aber getrübt, als ich am Morgen in das Badezimmer ging, und plötzlich in einer großen Pfütze stand.

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Die Verzweiflung stand mir ins Gesicht geschrieben. Wo kam bloß all das Wasser her? Ich schaute mich hektisch im Badezimmer um und erkannte schnell, dass es außen an den Wänden der Duschkabine entlang floss. Und als ich die Kabine öffnete, sah ich auch, dass das Wasser aus dem Rohr der Brause in alle Richtungen spritzte. Ich hatte schon bei meinem Einzug eine Rohrzange auf dem Fensterbrett im Bad gefunden und jetzt wurde mir auch klar, warum diese dort lag. Offenbar passierte solch eine Überschwemmung nicht zum ersten Mal.

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Ich schraubte eine Weile an der Brause herum, macht damit zunächst alles nur noch viel schlimmer, aber schließlich versiegte das Wasser. Nur damit war die Arbeit noch längst nicht beendet. Das ganze Bad stand unter Wasser und dieses musste aufgesammelt werden. Das war wirklich ein schöner Start in den neuen Tag.




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Doch nach gefühlten Stunden hatte ich das Badezimmer wieder trocken gelegt. Erschöpft ließ ich mich in meinen Sessel fallen, doch dann wurde mir klar, wie einsam es in diesem großen Haus doch war. Also entschloss ich mich kurzerhand wie versprochen Mama zu besuchen. Ich schwang mich also auf mein Fahrrad und radelte los. Leider hatte ich vergessen, dass meinen Eltern auf einer Anhöhe über der Stadt lebten und ich deshalb ziemlich ins Schwitzen kam. Vielleicht hätte ich doch lieber die U-Bahn nehmen sollen? Doch die Natur um mich herum und der tolle Anblick der Stadt unten im Tal entschädigten für die Strapazen.

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Doch irgendwann kam ich doch oben an. Ich war zwar erschöpft, aber gleichzeitig stolz auf meine Leistung. Das Haus meiner Eltern hatte sich seit meinem letzten Besuch zu Weihnachten nicht verändert. Die sandfarbenen Backsteine und der weiße Putz strahlten im Sonnenschein. Nachdem meine Familie unser Zuhause in der Sierra Simlone, der heutigen Sierra Simnistria, verlassen musste, hatten meine Eltern hier in Rodaklippa einen altes, halb zerfallenes Bauerhaus gefunden und es mit viel Arbeit und Mühe zu dem gemacht, was man heuet hier auf den Hügel stehen sah.

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Ich klopfte gar nicht erst an, sonder betrat einfach das Haus. Immerhin wohnten hier meine Eltern und auch ich habe in diesem Haus ein paar Jahre gelebt. Und auch wenn ich schon länger nicht mehr hier wohnte, so war es doch mein Zuhause. Ich hatte meine Mutter bereits durch das Fenster hindurch in der Küche entdeckt. Offenbar hatte sie mich nicht das Haus betreten hören, denn als ich vorsichtig gegen den Türrahmen klopfte, drehte sie sich erschrocken herum. Und als sie dann aber mich entdeckte, klatschte sie entzückt in die Hände.

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"Ach, mein kleiner Spatz", rief meine Mutter erfreut. "Ich konnte es kaum glauben, als dein Vater erzählte, du hättest dir ein Haus in Rodaklippa gekauft. Ich hätte dich am liebsten gleich besucht." Ich ging auf Mama zu und sie streichelte mir behutsam über den Arm. "Ich fühle mich einfach wohl hier", entgegnete ich. Und das stimmte auch. Ich hatte schon gestern erfahren, wie schön es war, wenn man einfach nur ein paar Straßen weiter gehen musste, um den eigenen Vater um Hilfe zu bitten. Und jetzt bei Mama zu sein machte mich ebenfalls glücklich. Vier Jahre lang hatte ich versucht, die große weite Welt zu erkunden. Doch jetzt hatte ich erkannt, dass ich nur da sein wollte, wo auch meine Familie war.

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Doch dann setzte meine Mutter eine traurige Mine auf. "Aber warum hast du uns nie etwas davon erzählt, dass es mit deinem Studium nicht gut läuft. Dein Vater und ich hatten immer das Gefühl, dass du das ganz leicht meistern würdest. Ich war wirklich sehr überrascht, dass du die Abschlussprüfung nicht bestanden hast." Betroffen senkte ich meinen Blick. Mein missglücktes Studium war wirklich kein Thema, über das ich gerne sprach.

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Doch Mama schien dies nicht zu bemerken. Sie forderte mich dazu auf, mich hinzusetzen und bohrte gleich weiter. "Vielleicht hast du dich auch einfach übernommen, Spatz? Mathematik ist schließlich auch ein schweres Fach. Vielleicht hättest du lieber Simlisch auf Grundschullehramt studieren sollen? Du hast doch früher immer so schöne Aufsätze geschrieben." Ja, in der dritten Klasse! Danach sanken meine Noten eher in die Mittelmäßigkeit ab. "Ich glaube, studieren war nie das Richtige für mich, ganz egal welches Fach", seufzte ich betrübt.

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"Ja, da hast du vielleicht recht", entgegnete meine Mutter. Obwohl sie genau das bestätigte, was ich gerade gesagt hatte, trafen mich ihre Worte. Insgeheim hatte ich mir gewünscht, dass sie mir widersprach, dass sie mir bewies, dass sie an mich glaubte. Doch stattdessen begann sie von meiner älteren Schwester zu sprechen. "Kinga war fürs Studium wie gemacht. Oh, sie war eine solch gute Schülerin. Sie hätte alles werden können. Ärztin, Politikerin…"

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Der Blick meiner Mutter schweifte in die Ferne ab. "Doch es kommt nicht immer alles so, wie man es sich vorstellt. Deine Schwester hat sich ihr Leben selbst verbaut. Ich kann nur hoffen, dass sie es schafft, irgendwie glücklich zu werden. Weißt du, wir Blech Frauen sind nicht unbedingt fürs Glück gemacht." Für einen Moment versank meine Mutter in stummer Traurigkeit. "Ich hätte mir gewünscht, dass du mehr Glück im Leben haben würdest, Spätzchen."

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"Mama, so schlimm ist mein Leben auch wieder nicht", entgegnete ich und versuchte die Stimmung mit einem Lächeln aufzulockern. Doch ein Lächeln spielgelt sich nicht wie erhofft auf den Lippen meiner Mutter wieder. Sie blickte mich stattdessen traurig an und in ihren Augen erkannte ich, dass ich sie enttäuscht hatte. Auch ihre zweite Tochter hatte es zu nichts gebracht. Diese Erkenntnis traf mich tief und mein Lächeln erstarrte zu einer steinernen Fratze.

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Zum Glück betrat gerade in diesem Moment Papa die Küche. "Na, was machen meine beiden wunderschönen Frauen? Ein kleines Kaffeepläuschchen? Solltet ihr beiden nicht lieber damit beschäftigt sein, dem Herrn des Hauses ein deftiges Mittagessen zu kochen?" Mein Vater zwinkerte mir bei den Worten zu. Er hatte eben für jede Situation einen Spruch parat.

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Natürlich erwartete mein Vater nicht, dass Mama und ich alles stehen und liegen ließen, um ihn zu bekochen. Wobei, darüber gefreut hätte er sich sicher. Stattdessen setzte er sich zu uns an den Tisch. "Ich habe mit deiner Mutter gestern lange gesprochen", setzt er schließlich an. "Warum ziehst du nicht wieder bei uns ein? Wir haben hier genug Platz und du wärst nicht so allein in deinem Haus. Außerdem bräuchtest du dir auch keine Sorgen ums Geld zu machen. Deine Mutter und ich würden uns um dich kümmern."

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Sowohl Mama als auch Papa sahen mich erwartungsvoll an. Und ich muss zugeben, dass das Angebot verlockend klang. Ich bräuchte mir keine Gedanken darüber zu machen, wie es mit meinem Leben weitergehen sollte. Doch dann erinnerte ich mich wieder an den Blick der Enttäuschung, den ich in den Augen meiner Mutter gesehen hatte. Nein, ich musste es schaffen, auf eigenen Beinen zu stehen. Ich musste meiner Mutter beweisen, dass ich keine Enttäuschung war. Ich wusste zwar noch nicht wie, aber ich würde das schaffen!

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"Vielen Dank für euer Angebot. Aber...aber wenn es auch nichts ausmacht, würde ich doch gerne erst einmal versuchen, ob ich das mit dem eigenen Haus hinbekomme." Ich war selbst erstaunt darüber, dass ich den Mut fand auszusprechen, was ich wirklich dachte. Aber leicht fiel es mir nicht und meine Stimme wurde mit jedem Wort schwächer. Mein Vater blickte Mama betrübt an und diese biss sich nur unbeholfen auf die Lippen. Die Situation wurde wirklich unangenehm. Doch dann begann Papa langsam mit dem Kopf zu nicken. "In Ordnung, Spatz. Aber vergiss nie, dass du uns jederzeit um Hilfe bitten kannst. Dafür sind wir schließlich da."

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Das wusste ich natürlich. Und jetzt, wo alles geklärt war, wurden alle um einiges lockerer. Wir zogen uns ins Wohnzimmer zurück und unterhielten uns, während im Hintergrund die Aufzeichnung des gestrigen Fußballspiels SimCity gegen SimVegas übertragen wurde. Mein Bruder Sky gesellte sich zu uns, sobald er von der Schule heimkehrte. Eine überschwängliche Umarmung konnte ich von ihm nicht erwarten. Dafür war er mit seinen 14 Jahren ja viel zu cool. Aber ich musste ganz genau, dass sich hinter seinem kühlen "Hi, Klaudi" ehrliche Freude darüber verbarg, mich wiederzusehen.

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Ich war mir sicher, dass Mama und Papa ihm von meinem Missglückten Studium erzählt hatten. Aber er erwähnte das mit keinem Wort und dafür war ich ihm unendlich dankbar. Stattdessen fragte er mich darüber aus, wie es den wäre in einem eigenen Haus zu wohnen, ohne Elter, mit der Freiheit, alles tun und lassen zu können, was man wollte. Ich muss gestehen, dass ich mir aufgrund der Angst vor der Reaktion meiner Eltern und aufgrund der ungewissen Zukunft, die Vorteile der Situation noch gar nicht so bewusst gemacht hatte. Manchmal musste man die Welt nur aus einem anderen Blickwinkel betrachten und schon ging die Sonne auf.

Geändert von Stev84 (08.11.2014 um 13:51 Uhr).
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Akeelah (25.01.2014), Alooar (06.10.2015), cheli24 (06.02.2014), misimi (28.01.2014), Schattenfell (08.11.2015), Simsi68 (27.01.2014)
  #13 (permalink)  
Alt 30.01.2014, 07:08
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Hallo Akeelah, ich wollte noch auf deinen letzten Kommentar antworten

Zitat:
Zitat von Akeelah Beitrag anzeigen
Klaudia gefällt mir schon mal sehr gut.
Das freut mich zu hören.

Zitat:
Aber sie ist ja ganz schon schüchtern, dass sie sich noch nicht mal traut normal mit dem Verkäufer zu sprechen, sondern flüstert.
Mir geht es da in gewisser Weise genau so wie ihr. Bevor ich jemanden anspreche, suche ich lieber stundenlnag selbst im Laden. Ich kann dir nicht mal sagen, warum das so ist. Und eine Freundin von mir habe ich als Verhaltenvorbild für Klaudia genommen. Sie ist auch so schüchtern, dass man sie kaum noch verstehen kann, wenn sie etwas sagt.

Zitat:
Es war keine so gute Idee solange unterwegs zu sein, aber zum Glück hat es ja nicht geregnet in der Nacht.
Zum Glück hatte ich da Jahreszeiten noch nicht installiert

Zitat:
Ich verstehe nur nicht, warum sie nicht am Vorabend ihre Eltern angerufen hat, damit sie ihr helfen.
Weil sie Angst vor der Reaktion ihrer Eltern hat, wenn sie die Wahrheit über ihr missglücktes Studium erfahren. Das ist vielleicht nicht sehr logisch, aber das sind Ängste selten.

Zitat:
Sie sollte sich vielleicht nicht so viele Gedanken machen, wie andere reagieren.
Das ist ein guter Rat. Aber wenn man erst einmal angefangen hat sich ständig zu fragen, was die anderen von einem denken, dann kann man damit nur schwer wieder aufhören.

Vielen Dank für deinen Kommentar!
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Akeelah (30.01.2014)
  #14 (permalink)  
Alt 30.01.2014, 19:38
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Hallo Stev84!

Zitat:
Zitat von Stev84 Beitrag anzeigen
Mir geht es da in gewisser Weise genau so wie ihr. Bevor ich jemanden anspreche, suche ich lieber stundenlnag selbst im Laden. Ich kann dir nicht mal sagen, warum das so ist. Und eine Freundin von mir habe ich als Verhaltenvorbild für Klaudia genommen. Sie ist auch so schüchtern, dass man sie kaum noch verstehen kann, wenn sie etwas sagt.
Da kann ich dich gut verstehen. Ich habe auch lieber stundenlang gesucht, bevor ich jemand angesprochen hätte, aber manchmal muss man einfach mutig sein.

Zitat:
Zitat von Stev84 Beitrag anzeigen
Weil sie Angst vor der Reaktion ihrer Eltern hat, wenn sie die Wahrheit über ihr missglücktes Studium erfahren. Das ist vielleicht nicht sehr logisch, aber das sind Ängste selten.
Nein, logisch ist es nicht, aber nachvollziehbar, aber manchmal ist es besser über seinen Schatten zu springen.

Zitat:
Zitat von Stev84 Beitrag anzeigen
Das ist ein guter Rat. Aber wenn man erst einmal angefangen hat sich ständig zu fragen, was die anderen von einem denken, dann kann man damit nur schwer wieder aufhören.
Das stimmt wohl.

Aber ich bin gespannt, wie es weiter gehen wird mit Klaudia.
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Erich Kästner
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  #15 (permalink)  
Alt 01.02.2014, 17:04
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Kapitel 4: Unerwarteter Besuch

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Tja, aber diese Vorteile konnte man ganz schnell vergessen wenn man erst einmal wieder mutterseelenallein in seinen eigenen vier Wänden war. Ich hatte vorher noch nie alleine gelebt. Als ich klein war, lebte ich mit meinen Eltern, meinen Geschwistern und einem guten Freund meiner Mutter unter einem Dach. Im Studentenwohnheim hatte ich auch immer Menschen um mich herum. Es war nicht so, dass ich es liebte, in einer großen Menschenmenge zu sein, das nun ganz und gar nicht. Aber es war schon zu wissen, dass jemand in den Nähe war. Und mein neuer Pandabär war zwar schön, aber leider war er ein sehr schweigsamer Gefährte.

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Doch bevor die Stille, die nur von dem lauten Ticken meiner 2 § Wanduhr durchbrochen wurde, mich in den Wahnsinn treiben konnte, klingelte es an der Tür. Ich war verwirrt, denn bis auch meine Eltern hatte ich keine Freunde in Rodaklippa. Auch in der Schule war ich lieber für mich allein und die wenigen Freundschaften, die ich doch hatte, waren nach meinem Umzug nach Nantesim recht schnell abgeebbt. Als ich zaghaft die Tür öffnete, wurde ich von einer jungen Frau in Empfang genommen, die laut "Überraschung!" schrie und dabei strahlte, als ob sie gerade im Lotto gewonnen hätte.

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"Magda?", fragte ich unsicher, da ich glaubte, dass mich meine Sinne im faden Licht der Gartenlaterne täuschen könnten. "Nein der Papst!", antworte diese augenrollend. "Natürlich bin ich es, Claude. Deine Cousine, die extra den weiten Weg aus SimCity auf sich genommen hat, um dich zu besuchen!"

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Bevor ich auch nur ein Wort darauf erwidern konnte, kam sie auf mich zu und nahm mich fest in den Arm. Dabei fiel mein Blick auf die vielen Koffer, die sie mitgebracht hatte. Entweder, meine Cousine reiste immer mit großem Gepäck…oder sie hatte vor, länger zu bleiben. "Willst du mich den gar nicht rein bitten, Claude?", unterbrach sie meine Gedanken. "Nach der langen Reise bin ich ganz schon ausgehungert."

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"Ja, klar", stammelte ich und führte Magda ins Haus. Ihre beiden schweren Koffer nahm sie selbstverständlich mit, was für mich ein deutliches Zeichen war, dass sie nicht vor hatte, so schnell wieder zu gehen. Ich bot ihr einen Saft an, den sie dankend entgegennahm, und dann ließ sie sich seufzend in meinen gestreiften Sessel fallen. Während sie den Saft durch den Strohhalm saugte, wanderte ihr Blick durch das Wohnzimmer. "Du hast es hier ja wirklich...nett, Claude". Beschämt senkte ich meinen Blick, denn der Seitenhieb war mir nicht entgangen. Ja, das Zimmer war so gut wie leer, und die vorhandene Innenausstattung ließ so einige Wünsche offen. Aber hej, das war mein Haus, und sie war hier bloß ein Gast. Zudem auch noch ein ungeladener.

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Doch natürlich traute ich mich nicht, ihr das ins Gesicht zu sagen. "Würdest du mir auch den Rest des Hauses zeigen?", fragte Magda dann und stellte die nun leere Safttüte auf den Tisch ab. Viel gab es ja nicht zu sehen, aber ich zeigte meiner Cousine das Badezimmer und das Schlafzimmer. "Oh, du hast ja sogar ein Doppelbett", bemerkte sie, als ich das Licht in dem Zimmer einschaltete. Irgendwie ahnte ich schon, was gleich kommen würde und natürlich behielt ich Recht. "Meinst du…meinst du ich konnte hier vielleicht für ein paar Nächte bleiben?"

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In meinem Inneren tobte ein Kampf. Auf der einen Seite war ich froh, nicht mehr allein sein zu müssen. Auf der anderen Seite hatte ich mir Unabhängigkeit doch gewünscht. Als ich jedoch in Magdas große, flehende Rehaugen blickte, konnte ich meiner Cousine diesen Wunsch nicht abschlagen. "Okay, Magda, du kannst für eine Weile hier bleiben." Sie klatschte zufrieden in die Hände. "Danke, Claude, Danke, Danke, Danke!", rief sie überschwänglich. "Ich hieße Klaudia, nicht Claude", erwiderte ich zaghaft, da es mir langsam den Wecker ging, dass meine Cousine mich so nannte. Ich war doch kein Mann! Aber entweder hatte sie mich nicht verstanden, weil ich zu leise gesprochen hatte, oder aber sie wollte einfach nicht hören. Denn gleich im nächsten Satz nannte sie mich wieder so. "Ach, Claude, das wird so lustig. So wie damals während des Kriegs, als du mit deine Familie bei uns gewohnt hast. Wir werden wie Schwester sein. Claude, ich sag‘s dir, das wird eine tolle Zeit werden."

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Ich wollte Magdas Worten wirklich Glauben schenken. Wir unterhielten uns noch ein wenig, doch schnell merkten wir beide, wie müde wir waren und machten uns fertig fürs Bett. Tja, und bereits in der dritten Nacht in meinem eigenen Haus musste ich nicht mehr alleine schlafen.




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Meine Cousine entpuppte sich als Langschläferin. Während sie also noch schön vor sich hin träumte, holte ich meine Pinsel und Farben hervor, und vertrieb mir die Zeit an der Staffelei. "Was machst du denn da, Claude?" Magda kam mit verschlafenen Augen aus dem Badezimmer und starrte mein Bild an. "Ich glaub, du bist da mit dem Pinsel ausgerutscht. Also diesen hässlichen dicken schwarzen Punkt solltest du lieber noch mal übermale", bemerkte sie.

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Hässlicher schwarzer Fleck? Das war do die Pupille eines Drachenauges! Und in dieser Pupille sollte sich die Welt wiederspiegeln. Konnte man das denn wirklich nicht erkennen? Niedergeschlagen blickte ich auf den Boden. Das bemerkte auch Magda. "Ach komm schon, Claude. Es ist nicht eben jeder zu Maler geboren." Diese Worte trösteten mich allerdings keineswegs. Denn bislang hatte ich mir eingeredet, dass ich zwar nicht viel konnte, aber ganz sicher eines, und das war Malen. Aber offensichtlich war das doch nicht der Fall.

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Kurz vor Mittag klingelte es überraschend an der Tür. Es war meine Mutter, die vorbeigekommen war, um sich mein neues Haus anzusehen. Ich führte sie als herum und zeigte ihr auch die Schotterterasse hinter dem Haus. "Und, Mama, was hältst du davon?", fragte ich unsicher uns zeigte auf das Gebäude. "Es ist wirklich nett, Spatz", antwortete meine Mutter und an ihrem Gesichtsausdruck konnte ich erkennen, dass sie es ernst meinte. "Das Haus erinnert mich ein wenig an das Haus deiner Großväter in SimCity. Ich denke, du kannst dir hier mit ein wenig Arbeit ein schönes Zuhause schaffen."

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"Und hier in dieser Ecke konntest du einen schönen Gemüsegarten anlegen", meine Mutter deutete auf ein Stück Rasen, das gut geschützt im Schatten einer kleinen Birke lag. "Ich könnte dir mit allerlei Samen aushelfen, Spatz." Die Idee eines Gartens gefiel mir sogar richtig gut. Ich würde meine Mutter tatsächlich darauf ansprechen müssen. Aber an einen Garten sollte ich vielleicht erst denken, wenn ich einen Herd in der Küche stehen hatte und mich nicht länger von Saft und Eiscreme ernähren musste. Das war zwar lecker, aber ich merkte leider schon, dass meine Hosen begannen mehr zu zwicken, als sie es ohnehin schon taten.

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Dann fiel mir plötzlich auf, dass meine Mutter ganz still geworden war. Als ich zu ihr rüber schaute, sah ich ihren wehmütigen Blick und sofort wurde mir der Grund dafür klar. Sie hatte eben von Zuhause gesprochen. Und obwohl sie sich hier in Rodaklippa wohl fühlte, so war ihr Zuhause doch die Sierra Simlone. Dort hatte sie sich ein Zuhause eingerichtet, eine Farm aus dem Boden gestampft, meinen Vater kennengelernt und drei Kinder aufgezogen. Und durch einen schrecklichen Krieg wurde ihr das alles entrissen. Sie war eine Vertrieben, die sich danach sehnte, wieder nach Hause zurück kehren zu können. Und obwohl diese Ereignisse schon 8 Jahre zurück lagen, war ihr Heimweh nicht kleiner geworden.

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Magdas helle Stimme riss meine Mutter aus ihren trüben Gedanken heraus. "Hallo. Tante Oxana!", rief sie begeistert und winkte meiner Mutter zu, die sich umdrehte um zu erkenne, wer da noch ihr rief. "Ist das etwa Magda?", fragte meine Mutter ungläubig. Zur Antwort lächelte ich nur dümmlich. "Ähm...ja. Sie stand gestern einfach vor meiner Tür und wollte für ein paar Tage bleiben. Ich konnte sie ja schlecht auf der Straße schlafen lassen."

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Meine Mutter war von Magdas Besuch genauso so überrascht, wie ich. Während die beiden sich im Garten unterhielten, holte ich die Zeitung aus dem Briefkasten, die in Rodaklippa täglich kostenlos geliefert wurde, und lass mir die Stadtneuigkeiten der letzten Tage durch. Etwas wirklich Spannendes war nicht passiert, aber immerhin konnte ich ein paar Coupons für reduziertes Krokodils-Fleisch ergattern. Blieb nur noch die Frage, worauf ich es kochen sollte. Ein Coupon für einen Herd wäre da schon nützlicher.

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Und dann wagte ich mich doch noch einmal zurück an mein Bild und malte es zu Ende. Meine Mutter betrat das Haus in demselben Augenblick, in dem ich den Pinsel zur Seite legte. "Das ist sehr schön, Spatz", bemerkte sie. "Ein Drachenauge, nicht wahr?" "Ja, genau!", rief ich begeistert und beschrieb meiner Mutter die Details des Bildes. "Du hast Talent, Klaudia. Hast du nie überlegt, vielleicht doch Kunst zu studieren?"

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"Ich...ich hab es sogar versuch", gestand ich meiner Mutter. "Im zweiten Semester habe ich ein paar Vorlesungen besucht. Aber auch dafür war ich zu dumm. Ich hab fast nichts von dem verstanden, was unser Professor erzählte. Und durch die Prüfung bin ich dann auch auf mit Pauken und Trompeten durchgefallen. Ich kann vielleicht gut malen, aber für ein Kunststudium reicht das leider nicht." In den Augen meiner Mutter war für eine kurze Zeit ein Hoffnungsschimmer aufgekeimt, der jetzt jäh erlosch. "Ok, Spatz. Aber das Bild ist wirklich hübsch", bestärkte sie mich noch einmal, doch irgendwie klang dieser Zuspruch plötzlich hohl. Kurz darauf verabschiedete sich von Magda und mir und brach nach Hause auf.

Geändert von Stev84 (08.11.2014 um 13:51 Uhr).
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Akeelah (02.02.2014), cheli24 (06.02.2014), misimi (01.02.2014), Simsi68 (09.02.2014)
  #16 (permalink)  
Alt 08.02.2014, 20:41
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Kapitel 5: Die nächste Frieda Kahlo

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Am Abend schlug Magda vor, doch irgendwo in der Stadt essen zu gehen, da sie schon nach einem Tag keinen Saft und kein Eis mehr sehen konnte. Also gingen wir rüber zum Chinesen und trafen dort zufällig auch meinen Bruder Sky, der sich uns anschloss. "Müsstest du nicht eigentlich jetzt an der Uni sein?", fragte Sky unsere Cousine, während er von seiner Frühlingsrolle abbiss. "Das Semester ist doch noch gar nicht zu Ende."

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"Ach, weißt du Sky, ich hatte irgendwie genug vom Studium", antworte Magda ganz gelassen, während sei weiter von ihrem Hähnchen-Süß-Sauer aß. "Die ständigen Vorlesungen, Hausarbeiten und Prüfungen gingen mir einfach nur noch auf die Nerven. Und studieren wird eh überbewertet. Also hab ich mir gedacht, ich probiermal was Neues. Und da ich zufällig mitgehört habe, wie Tante Oxana meiner Mutter am Telefon erzählt hat, das Claude sich hier ein Haus gekauft hat, dachte ich mir, ich besuche meine Lieblingscousine einfach mal."

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"Und Tante Joanna hat dich einfach so die Uni abbrechen lassen?", fragte Sky skeptisch und zog die Augenbraue hoch. Tante Joanna war manchmal…etwas herrisch. Ich mochte sie wirklich gerne, keine Frage, aber Magda und ihr Bruder Jakób taten mir als Kind immer leid, weil sie so eine strenge Mutter hatten. Daher war Skys Frage durchaus berechtigt. Doch Magda zuckte nur leichtfertig mit den Schultern. "Was Mom nicht weiß, macht sie nicht heiß. Und solange ihr niemand was von meinem Aufenthalt erzählt, hab ich erst einmal meine Ruhe vor ihr."

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"Dir ist aber schon klar, dass du dich meiner Mutter, der Zwillingsschwester deiner Mutter, heute nur zu bereitwillig gezeigt hast?", warf ich ein. "Und so oft wie die beiden miteinander telefonieren, kannst du dir sicher sein, dass deine Mutter spätestens morgen weiß, dass du in Rodaklippa bist." Magda verschluckte sich an ihrem Essen und begann zu husten. "Mist...", fluchte sie niedergeschlagen und ließ den Kopf hast auf ihren Teller sinken.



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Magda war an diesem Abend kaum noch ansprechbar, also gingen wir schnell nach Hause und meine Cousine verkroch sich unter die Bettdecke. Am nächsten Morgen wollte sie das Bett auch nicht verlassen. Ich hingegen hatte in der Zeitung gelesen, dass im Cjnjd-Tower, einem Bürogebäude im Gewerbegebiet der Stadt, eine Kunstausstellung stattfinden sollte. Als schwang ich mich auf mein Fahrrad und radelte dort hin. Als ich dann jedoch vor dem Büroturm stand, war ich mir nicht sicher, ob ich mich nicht doch im Ort oder Datum geirrt hatte. Es waren hier weder Menschen zu sehen noch deutete ein Schild auf die Ausstellung hin.

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Aber als ich erst einmal das Foyer betrat, wurde mir klar, dass ich mich nicht verlesen hatte. Die Ausstellung zeigte Bilder von Künstlern aus der Region und diese wurden auch zum Verkauf angeboten. Obwohl das nüchterne Ambiente in dem Bürokomplex nicht sehr inspirierend war, konnte ich doch beobachten, dass so manches Bild einen neuen Besitzer fand. Viele Bilder hier waren einfach atemberaubend und ich konnte mir vorstellen, dass die Maler noch eine große Zukunft vor sich haben würden. Andere Bilder waren…nun ja, sagen wir mal, dass mein Drachenauge eindeutig künstlerisch wertvoller war. Aber auch diese Bilder fanden ihre Käufer. Und so formte sich in meinem Kopf die Idee, mit meinen Bildern etwas Geld zu verdienen. Auf dem Weg zurück nach Hause machte ich einen Stopp im Wingate Park und ließ mich von den Bäumen, Sträuchern und Springbrunnen zu neuen Ideen inspirieren. Ja, dieser Brunnen würde sicherlich ein gutes Motiv abgeben.

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Und die gesammelte Inspiration setzte ich noch am gleichen Abend in ein neues Bild um. Die Frage war nur noch, wie ich es schaffen konnte, meine Bilder an den Mann zu bringen.

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Der Zufall wollte es dann, dass ich am nächsten Tag einer der Künstlerinnen über den Weg lief, die bei der Ausstellung im Bürogebäude ihre Bilder gezeigt hatte. Ich nahm mir fest vor, sie anzusprechen, aber schlussendlich langte mein Mut dazu doch nicht. Doch das Glück war auf meiner Seite, denn die Frau erkannte mich wieder und sprach mich von sich aus an. "Guten Tag, sie waren doch auch bei der Ausstellung gestern, nicht wahr?", fragte sie. Ich nickte eifrig. "Ihre Bilder haben mir sehr gut gefallen, Frau Martinez, nicht wahr?" Die Frau lächelte mich an, erfreut darüber, dass ich mir ihren Namen gemerkt hatte. "Genau, Jennifer Martinez."

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Ich wusste selbst nicht, was in mich gefahren war, aber ich riss mich zusammen und lud Jennifer einfach auf eine Tasse Kaffee ein. Dabei fragte ich sie behutsam darüber aus, wie man es am besten anstellte, Geld mit seiner Malerei zu verdienen. Und offenbar war es gar nicht so schwer. Der erste Schritt war natürlich das Malen von guten Bildern, und das konnte ich ja. Als nächstes musste man sich nur im Rathaus als Künstler registrieren lassen. Dann war man in der Kartei der Stadt und wurde zu solchen Veranstaltungen, wie der Ausstellung im Büro, eingeladen. Und wenn man Glück hatte, fand man dort Käufer für seine Bilder oder wurde zu anderen Ausstellungen eingeladen.

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Bereits in der folgenden Nacht plagten mich Zweifel, ob es wirklich eine gute Entscheidung war, sich als freischaffende Malerin zu versuchen. Und ich wusste, mir würden immer mehr Gründe einfallen, mich nicht registrieren zu lassen, je länger ich mit der Entscheidung wartete. Also nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und ging am Morgen ins Rathaus. Und wider Erwarten wurde ich dort nicht ausgelacht, weil ich eine solch unsichere Zukunft wählte, sondern vom Sachbearbeiter zu meinem Entschluss beglückwünscht. Und so verließ ich beschwingt das Rathaus als offiziell registrierte Malerin.

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Der Sachbearbeiter hatte mich auch darüber informierte, dass die örtliche Galerie immer mal wieder Bilder von unbekannten Künstlern aufkaufte. Ich könne es ja immerhin mal probieren, mein Bild anzubieten. Also fuhr ich zurück nach Hause und nahm mein letztes Werk von der Staffelei.

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Doch je näher ich der Galerie kam, desto unsicherer wurde ich mir, ob mein Bild wirklich gut war oder bloß einfaches Gepinsel. Irgendwie sah es doch ein wenig aus wie die Arbeit eines Grundschulkindes. In der Galerie angekommen, traute ich mich dann gar nicht mehr, die Leiterin anzusprechen. Stattdessen versteckte ich mich eingeschüchtert hinter einer großen Löwenstatue und grübelte angestrengt.

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Mehrmals war ich kurz davor, die Stufen zum Büro der Galeristin hinaufzusteigen, doch jedes Mal zuckte ich wieder zurück. Was wenn sie mich auslachen würde? Oder wenn sie mich anschrie, weil ich ihre kostbare Zeit verschwendete? Aber ich würde es nie erfahren, wenn ich es nicht ausprobierte. Ich stieg als die Treppe hoch und klopfte zaghaft an der Tür. Als ich keine Antwort bekam, öffnete ich die Tür einen Spalt breit und spähte in den Raum. Und tatsächlich saß die Galeristin, Melinda Cosgrove, wie ich dem Schild an der Tür entnahm, vor ihrem Rechner. Also wagte ich mich geräuschlos an ihren Schreibtisch heran. "Frau Cosgrove? Frau Cosgrove?", versuchte ich sie von dem Bildschirm loszureißen. "Ich...ich habe da ein Bild, dass ich ihnen gerne anbieten würde." Melinda Cosgrove hörte mit einem Schlag auf zu tippen und sah mich direkt an. "Dann aber schnell, zeigen Sie mir das Bild. Los, los!"

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Zu meiner Schande musste ich gestehen, dass ich das Bild unten in der Galerie vergessen hatte. Melinda Cosgrove stöhnte laut, als sie das hörte, aber sie erhob sich von ihrem Stuhl und begleitete mich nach unten. Nachdem sie einen Blick auf mein Bild geworfen hatte, forderte sie mich auf, es in einen der Rahmen zu stecken, die in der Ecke standen und es probehalber an die Wand zu hängen. Ich tat, was sie verlangte und stellte mich mit zittrigen Knien neben mein Bild, während sie es eindringlich begutachtete. Ihr Nachdenken erschien mir wie eine Ewigkeit. Doch dann öffnete sie ihre Lippen. "Ich denke, ich werde es an den Mann bringen können. Es ist nicht gerade überragend, aber dieser infantile Stil hat etwas für sich. Außerdem brauche ich immer wieder Werke für das niedrige Preissegment. Wenn sich das hier gut verkauft, dann können sie mir noch ein paar Bilder vorbei bringen."

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Mein Herz raste vor Glück. Melinda wollte mein Bild! Sie wollte es tatsächlich und glaubte sogar daran, dass sie es würde verkaufen können. Ich war so aufgedreht, dass ich laufen musste. Und nur das Meer hielt mich davon ab, immer weiter zu laufen. "Ich hab es geschafft!", brüllte ich laut gegen das Getöse der Welle an und riss einen Arm in die Luft. "Ich werde die nächste Frida Kahlo!" Zufrieden beobachtete ich, wie die Sonne langsam im Meer versank.


--------------------

Vielen Dank an alle, die den "Danke"-Button beim letzten Kapitel gedrückt haben Ich würde mich aber auch freuen, eure genauere Meinung zu den Kapiteln zu hören.

Geändert von Stev84 (08.11.2014 um 13:52 Uhr).
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Alt 10.02.2014, 02:00
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Hallo Stev84,

Deine Story gefällt mir bislang sehr gut. Du hast einen schönen, flüssigen Schreibstil, der sich gut lesen lässt. Deine Protagonistin ist zwar sehr schüchtern, hinterlässt aber einen sympathischen Eindruck.

Prolog
Oh weh, es ist schlimm, wenn man seine Heimat verliert, aus welchen Gründen auch immer. Du hast das mit der Landkarte und diesen fiktiven Orten übrigens super gemacht und dargestellt. Eine Frage, in welcher Nachbarschaft spielst Du eigentlich? Irgendwie kommt die mir total fremd vor. Die Bilder sind übrigens auch klasse.
Ich bin mal gespannt, was es mit Klaudia und ihrer Familie so auf sich hat. Zwei Halbgeschwister, wobei der Bruder eine andere Mutter und Kinga einen anderen Vater hat. Demnach müsste dann Klaudia Oxanas und Dominiks leibliche Tochter sein. Das habe ich doch so richtig verstanden, oder?

So und jetzt kehrt Klaudia nach 4 Jahren nach Rodaklippa (interessanter Name) zurück, um sich dem Leben zu stellen. Nun, dann mal los.

Kapitel 1
Endlich steht sie vor ihrem eigenen kleinen Häuschen. Nun ja, für den Anfang ist es doch okay und tapezieren kann sie später immer noch. Oh je, sie ist aber wirklich sehr schüchtern, wobei sich das mit dem Alter legen wird. Ich war früher auch sehr schüchtern und es war für mich auch stets eine Qual, irgendjemanden anzusprechen. Mir hat der Berufsalltag entscheidend dabei geholfen, meine Schüchternheit abzulegen. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich damit keine Probleme mehr. Heute kann ich auf wildfremde Menschen zugehen und mich mit ihnen unterhalten. Vielleicht ist das bei Klaudia auch der Fall.

Tja, wäre sie nicht so lange am Strand geblieben, dann wäre sie zuhause gewesen, als der Antiquitätenhändler ihre Möbeln gebracht hatte. ^^ Er hätte ihr bestimmt beim Reintragen geholfen. Ich hatte ja auf einen netten jungen Mann gehofft, der gerade des Weges kommt^^, war aber wohl nichts. Na ja und draußen schlafen, ist wohl nicht jedermanns Sache.

Kapitel 2
Okay, sie hat die Nacht also im Sessel verbracht. Auch nicht schlecht, wenn der steife Nacken nur nicht wäre. Also nee Klaudia, das kann nicht Dein Ernst sein. Bevor ich draußen schlafen müsste, würde ich mich in der Nachbarschaft bekannt machen und fragen, ob mir jemand beim Hineintragen des Bettes behilflich sein könnte. Aber vielleicht hat es der eine oder andere schon mitbekommen, dass vor dem Haus ein Bett steht und ist neugierig geworden.

Ähm sie versteckt sich vor ihrem Vater? Was hat denn das jetzt zu bedeuten? Aha verstehe. Sie hat die Prüfung nicht bestanden und hat nun Angst, ihre Eltern enttäuscht zu haben. Okay, irgendwie schon verständlich. Aber das ist noch lange kein Beinbruch. Es kann nicht nur Akademiker geben, oder? ^^ Vielleicht liegt ihr etwas anderes viel mehr. Sie ist ja noch jung. Ihr Vater ist echt in Ordnung, der sieht die Sache auch nicht so eng. Und wie sieht es mit ihrer Mutter aus? Na ja, jetzt ist das Bett zum Glück da, wo es hingehört. Das Bild, wie die beiden das Bett hinein tragen, ist übrigens klasse geworden.

Kapitel 3
Hm, der Tag verlief wahrlich nicht so, wie es sich Klaudia erhofft hatte. Zunächst war da am Morgen der Wasserrohrbruch, den sie aber hervorragend gemeistert hat, ohne einen Klempner rufen zu müssen. Ist doch auch was. Und jetzt der Besuch bei den Eltern. Hm, die Mutter hatte nicht so reagiert, wie es Klaudia insgeheim gehofft hatte. Sie wirkte sehr enttäuscht und hatte daraus auch keinen Hehl gemacht. Das hinterlässt den Eindruck, als würde sie Klaudia gar nichts zutrauen bzw. hatte damit gerechnet, dass sie es nicht schaffen würde. Und zu sagen, Studieren wäre nichts für sie, egal in welchem Fach, hat Klaudia in ihrem eh schon mäßigen Selbstvertrauen nicht gerade bestärkt. Im Gegenteil. Nun wird ihr durch ihre Mutte Kinga auch noch vorgezogen. Das muss bitter sein, wenn die eigenen Leistungen nicht honoriert werden und die Mutter anstatt dessen davon schwärmt, was aus ihrem Problemkind Kinga alles hätte werden können. Sie gibt Klaudia unbewusst das Gefühl, eine Versagerin zu sein. Sehr traurig.

Oh nein, in ihr Elternhaus zurückzuziehen, wäre jetzt die falsche Entscheidung. Sie hat sich dazu entschlossen, es alleine schaffen zu wollen und da muss sie jetzt durch, so verlockend dieses Angebot auch sein mag. Ihr Bruder Sky scheint sehr nett zu sein, ist halt in einem etwas schwierigen Alter und da schickt es sich nicht, die Freude über die Rückkehr der Schwester so offensichtlich zur Schau zu tragen.

Kapitel 4
Oh, so unerwartete Besuche liebe ich ja. Heißt das, Cousinchen Magda will sich hier jetzt häuslich einrichten? Tja und Klaudia kann wahrscheinlich nicht Nein sagen. Keine gute Voraussetzung. Hoffentlich nützt Magda Klaudias Gutmütigkeit nicht aus. Ich habe da kein gutes Gefühl dabei.

Das war ja klar, die Eirichtung scheint Magda zwar überhaupt nicht zuzusagen, aber beim Anblick des Doppelbettes entscheidet sie für sich, ein paar Tage bleiben zu wollen. Die beiden Cousinen scheinen sehr unterschiedlich zu sein und ich bin mir nicht sicher, ob dieses vorübergehende Zusammenwohnen funktionieren wird.


Okay, die Dame ist Langschläferin. Das ist ja noch kein Beinbruch. Klaudias Malerei aber als Gepinsel abzustempeln, war nicht gerade die feine Art. Das wird ihr gleich wieder das Gefühl geben, nichts zu können. Aber dem ist ja nicht so, Magda hat eben keine Ahnung. Ich weiß nicht, ob sie das bewusst macht oder sich bei solchen Bemerkungen wirklich nichts dabei denkt. Spätestens jetzt hätte sie von mir einen Vortrag zu hören bekommen. Notfalls wären ihre Koffer wieder vor der Tür gelandet.

Warum spricht ihre Mutter immer von Studium? Man kann auch ohne zu Studieren mit Malen sein Geld verdienen. Aber wenigstes hat Oxana das Drachenauge auf dem Bild ausfindig gemacht.

Kapitel 5
Na, so hell scheint Magda nicht im Oberstübchen zu sein. Das hätte sie sich doch denken können, dass es irgendwann herauskommen wird, dass sie ihr Studium abgebrochen hat, wenn ihre Tante und ihre Mutter so oft miteinander telefonieren.

Klasse, Klaudias erster Schritt in die Selbstständigkeit. Das war eine gute Idee, sich im Rathaus als Malerin registrieren zu lassen und eine noch bessere, die Künstlerin anzusprechen. Na also Klaudia, geht doch. Und jetzt hat sie ihr erstes Bild auch schon fast verkauft. Das Malen scheint ihr wirklich zu liegen und wer weiß, vielleicht kommt sie in diesem Metier einmal groß heraus. Übung macht den Meister und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ja, ich glaube, Klaudia wird es schaffen.

Haha, auf dem letzten Bild, hast Du Klaudia da hungern lassen, der Geste nach zu urteilen? Meine Sims machen das auch immer, wenn sie Hunger haben. Super im Bild eingefangen.


Das waren schöne Kapitel, toll geschrieben mit ebenso tollen Bildern. Ich bin gespannt, wie es mit Klaudia und ihrer Malerei weitergeht und freue mich schon auf das nächste Kapitel.

LG cheli24

Geändert von cheli24 (10.02.2014 um 07:26 Uhr).
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  #18 (permalink)  
Alt 10.02.2014, 20:34
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Zitat:
Zitat von cheli24 Beitrag anzeigen
Hallo Stev84,
Hallo Cheli Ich hoffe, du bist mir nicht böse, wenn ich nicht auf jeden Satz deines sehr schönen und ausführlichen Kommentars eingehen kann. Aber die ein oder andere Rückmeldung will ich dir dennoch gerne geben.

Zitat:
Deine Story gefällt mir bislang sehr gut. Du hast einen schönen, flüssigen Schreibstil, der sich gut lesen lässt.
Für dieses Lob muss ich mich herzlich bedanken. Es freut mich zu hören, dass mein Schreitstill dir zusagt

Zitat:
Eine Frage, in welcher Nachbarschaft spielst Du eigentlich? Irgendwie kommt die mir total fremd vor.
Die Nachbarschaft ist ein Download und nennt sich Redcliffs. Im Gegensatz zu den meisten EA-Nachbarschaften wurden hier auch (die damals verfügbaren) Add-Ons berücksichtigt. Und was fehlte, habe ich im Laufe der Zeit selbst hingestellt.

Zitat:
Demnach müsste dann Klaudia Oxanas und Dominiks leibliche Tochter sein. Das habe ich doch so richtig verstanden, oder?
Ja, du hast es ganz richtig verstanden.

Zitat:
Ich war früher auch sehr schüchtern und es war für mich auch stets eine Qual, irgendjemanden anzusprechen.
So ging es mir auch, daher kann ich Klaudias Schwierigkeiten so gut nachvollziehen. Und mir ging es dann so wie dir, durch das Berufsleben und damit verbundenen ständigen Kontakt mit fremden Menschen ist meine Schüchternheit nach und nach verschwunden (oder hat sich zumindest stark reduziert).

Zitat:
Sie wirkte sehr enttäuscht und hatte daraus auch keinen Hehl gemacht.
Auf den ersten Blick wirkt ihre Mutter nicht gerade nett und einfühlsam. Das empfindet auch Klaudia in dieser Situation so. Aber auch Oxana spricht gar nicht so sehr die Enttäuschung über ihre Tochter, sondern die Frustration über das Schicksal, dass erst sie und nun auch ihre Kinder heimsucht. Leider kann sie Klaudia in der Situation nicht vermitteln, dass sie gar nicht von Klaudia direkt enttäuscht ist.

Zitat:
Oh nein, in ihr Elternhaus zurückzuziehen, wäre jetzt die falsche Entscheidung.
Das hat Klaudia zum Glück gleich selbst erkannt und lehnt das Angebot ihrer Eltern ab, auch wenn sie versucht war, es anzunehmen.

Zitat:
Heißt das, Cousinchen Magda will sich hier jetzt häuslich einrichten?
Na aber so was von

Zitat:
Die beiden Cousinen scheinen sehr unterschiedlich zu sein und ich bin mir nicht sicher, ob dieses vorübergehende Zusammenwohnen funktionieren wird.
Dieser Unterschied im Charakter könnte aber auch eine Chance für Klaudia sein. Vielleicht schafft Magda es ja, sie aus ihrem Schneckenhaus zu ziehen…wenn die Klaudia denn vorher nicht zur Weißglut treibt.

Zitat:
Ich weiß nicht, ob sie das bewusst macht oder sich bei solchen Bemerkungen wirklich nichts dabei denkt.
Tja, das kann man bei Magda nicht so genau sagen. Aber beide Möglichkeiten sind wenig schmeichelhaft für sie, denn entweder ist sie gemein oder einfach nur dumm.

Zitat:
Warum spricht ihre Mutter immer von Studium? Man kann auch ohne zu Studieren mit Malen sein Geld verdienen.
Wie jeder Mutter will sie nur das Beste für ihr Kind. Und in den heutigen Zeiten scheint ein Studium für den Erfolg der Kinder unabdingbar zu sein (was natürlich nicht der Wahrheit entspricht, aber Oxana sieht das nun mal so).

Zitat:
Übung macht den Meister und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ja, ich glaube, Klaudia wird es schaffen.
Das musst du Klaudia und nicht mir sagen :lol

Zitat:
Haha, auf dem letzten Bild, hast Du Klaudia da hungern lassen, der Geste nach zu urteilen?
Ja, da hatte sie Hunger Aber das war noch nicht mal Absicht, sonder einfach nur passend eingefangen und umgedeutet.

Noch mal vielen Dank für deinen Kommentar!
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cheli24 (10.02.2014)
  #19 (permalink)  
Alt 16.02.2014, 14:10
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Kaitel 6: Nachtleben

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Magda hatte sich die letzten Tage im Schlafzimmer verkrochen. Die Angst vor ihrer Mutter saß offenbar tief. Doch nachdem nach ein, zwei, ja selbst nach drei Tagen nichts passierte, hellte sich ihre Stimmung wieder auf. Meine muffigen vier Wände wurden ihr zu eng, also entschloss sie sich, die Stadt zu erkunden und landet schließlich in der Saftbar am Strand. Der Barkeeper war zwar schon etwas älter, sah aber immer noch sehr heiß aus, wie Magda befand. Von ihm ließ sie sich gerne einen Cocktail mixen. Und die übrigen Herren in der Bar waren auch nicht gerade unansehnlich.

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Leider wurde sie von keinem dieser Herren angesprochen, was ihrem Selbstbewusstsein einen kleinen Knick verpasst. Andererseits, rief sie sich ins Gedächtnis, war das hier nicht SimCity, sondern nur das verschlafene Rodaklippa. Vielleicht waren die Männer hier einfach nur schüchtern und frau musste selbst Initiative ergreifen? Also reichte sie gleich dem nächsten Mann in ihrer Nähe die Hand, und dieser stellte sich im Gegenzug höflich als Eric Pierce vor.

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Der andere süße Typ in der Bar war Noah Rothman. Nachdem sie eine Weile zu dritt gequatscht hatten, wagten sie ein Spielchen am Kicker. Zu Magdas Unmut stellte sich im Verlauf des Gespräches heraus, das Eric verheiratet war. Gut, das war kein unüberwindbares Hindernis, aber Magda wollte es in Rodaklippa lieber ruhig angehen lassen und schenkte stattdessen für den Rest des Abends Noah ihre ungeteilte Aufmerksamkeit.

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Beim Tanzen kamen sich die beiden auch immer näher und Magda wartete nur darauf, dass Noah endlich seien Hände um ihre Hüften legen würde. Doch nichts geschah. Und als Magda bemerkte, das Noah seien Hüften noch besser schwingen konnte, als sie selbst, dämmerte ihr langsam, dass vermutlich Eric die besseren Chancen hätte, Noahs Aufmerksamkeit zu erregen. Na, immerhin war Happy Hour. Und nach drei weiteren Drinks torkelte Magda, zu ihren Verdruss ganz allein, zurück nach Hause.

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Doch so leicht ließ Magda sich nicht entmutigen. Einen Tag später, ich wollte mir gerade etwas aus dem Kühlschrank holen, stand sie plötzlich aufgedonnert vor mir. "Claude, wir können doch nicht jeden Abend hier in der Bude hocken. Da draußen tobt das Nachtleben. Los, zieh dir was anderes an und dann las uns los gehen. Die Bar gleich bei uns an der Ecke sieht doch echt nett aus. Und ich dulde keine Widerworte! Versauern konnten wir immer noch, wenn wir 30 sind."

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Mich zu wehren hätte keinen Sinn gehabt. Magda warf einen Blick in meine Koffer und suchte etwas heraus, was ihrer Meinung nach gerade noch akzeptabel war. Und dann machten wir uns auf den Weg zu Sammie's Jazz Review, einer Bar gleich bei uns um die Ecke. Der Laden war schicker, als ich erwartet hatte. Ein Pianist spielte sanfte Klänge und auch ansonsten sah es hier sehr edel aus. Bei dem Preis für das Essen verging mir fast der Appetit, aber ich musste zugeben, dass es lecker war.

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Ich hatte erwartet, dass Magda mich in irgendeine Disco schleppte. Aber die Atmosphäre in dieser Bar gefiel mir sogar. Und nachdem ich einen kleinen Drink getrunken hatte, bemerkte ich, dass ich irgendwie redseliger wurde. Meine Schüchternheit schwand ein Stück weit, und ich traute mich sogar, ein Gespräch mit einem netten Mann mittleren Alters zu beginnen, der sich dann lustiger Weise als der Ehemann von Jennifer Martinez entpuppte, meiner Bekannten, die mir geholfen hatte, eine selbstständige Malerin zu werden.

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Anschließend vertrieb ich mir die Zeit mit Darts spielen. Ich hatte meinen Spaß, aber Magda wirkte erneut niedergeschlagen.

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Der einzige Gast in der Bar war verheiratet und unterhielt sich zu allem Überfluss mit mir. Gab es in dieser Stadt denn wirklich keine gutaussehenden Singles? Frustriert spülte Magda ihren Cocktail hinunter. "Komm Claude, lass uns abdüsen", rief sie mir zu, nachdem sie ihr geleertes Glas abgestellt hatte. "Hier ist ja eh nichts los." Schade, eigentlich wäre ich gerne noch etwas länger geblieben. Aber ohne Magda hier zu bleiben, das traute ich mich selbst mit Alkohol nicht. Also verließen wir gemeinsam die Cocktailbar.



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Im Gegensatz zu Magda hatte ich mit gut amüsiert. Leider wurde meine Freude am nächsten Morgen gleich wieder getrübt. Ich war kaum aufgestanden, als es an der Tür klingelte. Eine wenig freundliche Frau stellte sich als Gerichtsvollzieherin vor und zeigte mir einen Brief, dem nach ich eine Rechnung trotz mehrmaliger Aufforderung nicht beglichen hätte. Ich versuchte sie davon zu überzeugen, dass das Ganze nur ein Versehen war und ich ihr das Geld auch gleich geben könnte, doch die Frau blieb hart. Sie schaute sich in meiner karg eingerichteten Wohnung um und entschied, dass der schöne, grün-gelb gestreifte Sessel genau den Gegenwert der Rechnung entsprechen würde.

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Und so war ich plötzlich eines meiner ohnehin wenigen Möbelstücke los. Niedergeschlagen durchwühlte ich die Mülltonne nach dem angeblichen Mahnbrief, konnte aber nichts finden. Man, das war doch so ungerecht!

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Aber was passiert war, war passiert. Ich hatte noch etwas Geld auf dem Konto, das war nicht das Problem. Aber noch so einen Sessel hatten sie in dem Antiquitätenladen nicht und das machte mich so traurig. Aber bevor ich mich weiter über meine eigene Dummheit ärgerte, ging ich zu der Baustelle auf dem Nachbargrundstück hinüber. Vor ein paar Tagen waren die Bagger angerückt und die Bauarbeiten machten große Fortschritte. Ich fragte mich, was hier wohl für Leute einziehen würden. Ich hoffte, dass es nette Nachbarn werden würde.

Geändert von Stev84 (08.11.2014 um 13:52 Uhr).
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Alt 16.02.2014, 21:06
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Hallo Stev84,

endlich schaffe ich es mal zu kommentieren, leider klappt es manchmal nicht sofort.

Kapitel 3

Erst einmal schön, dass sie ihre Mutter besucht und später ja auch noch ihren Vater und ihren Bruder trifft.

Schade, dass ihre Mutter enttäuscht ist, dass Klaudia das Studium nicht geschafft hat. Nicht jeder ist dafür geboren und es gibt wichtigeres im Leben als ein bestandenes Studium - Gesundheit z.B.

Ich finde es gut, dass sie nicht wieder zuhause eingezogen ist, sondern auf eigenen Füßen stehen will.

Kapitel 4

Klar ist es erst einmal komisch alleine zu wohnen, wenn man das noch nie gemacht hat, aber sie wird sich dran gewöhnen.

Das dann ihre Cousine Magda überraschend vor der Tür stand, war ja zum einen ganz schön, aber dass sie gleich so abwertend über die Einrichtung sprach war nicht schön. Das man klein anfangen muss, ist halt so.

Und das Magda dann noch so abfällig über das Bild gesprochen hat, finde ich nicht in Ordnung.

Kapitel 5

Toll, dass Klaudia ihren Mut zusammen genommen hat und die Künstlerin auf einen Kaffee eingeladen hat.

Und dass sie sich dann auch noch als freischaffende Künstlerin hat registrieren lassen, ist echt toll.

Aber am besten fand ich es, dass sie in der Galerie ein Bild von sich gezeigt hat.

Dieses Kapitel hatte sie wirklich viel Mut.

Kapitel 6

Arme Magda keine hübschen Singlemänner für sie.

Und dann schleppt sie Klaudia mit und Klaudia redet mit dem einzigen Mann in der Bar. Ja, man kann auch Pech haben.

Hoffentlich macht sich Klaudia es nicht zur Gewohnheit etwas zu trinken, damit sie nicht so schüchtern ist.

Da bin ich ja mal gespannt, wer gegenüber baut und einzieht. Vielleicht ein netter Singlemann für Klaudia?


Deine Fotostory gefällt mir richtig gut. Man kann sie schön fließend lesen und auch die Bilder gefallen mir sehr.

Viele Grüße
Akeelah
__________________
Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden,
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Erich Kästner
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