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  #221 (permalink)  
Alt 22.01.2016, 22:52
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Kapitel 72: Ein kleiner Gefallen

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Eines Nachmittags pflegte ich gerade die Gemüsebeete im Garten, als Lottchen aufgeregt auf mich zugelaufen kam. „Mami, Mami! Darf ich am Wochenende zu Omi gehen? Bitte, bitte!“

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Ich war ein wenig verwirrt. Eigentlich stand schon seit Tagen fest, dass Lottchen am Wochenende zu meinen Eltern fahren sollte. „Aber sicher, doch, Mäuschen“, antwortete ich daher. „Opa und Oma Oxana freuen sich doch schon auf dich. Und Thassilo kann es auch kaum erwarten, dass sein Spielkameradin kommt.“ Doch Lottchen reagierte nicht so, wie ich es mir ausgemalt hatte. „Nein, nicht zu Oma Oxana“, antwortet sie genervt. „Ich will doch zu Omi Elli. Sie hat mir ein neues Puppenhaus gekauft und mit dem will ich das ganze Wochenende spielen. Thassilo will immer nur Ball spielen. Außerdem stinkt es bei Oma Oxana immer nach Kuh und Pferd. Ich will da nicht hin!“

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Es schmerzte mich, meine Tochter so von meinen Eltern reden zu hören. Ja, sie lebten auf einen landwirtschaftlichen Betrieb und da blieben die Gerüche nach Tieren nun mal nicht aus. Mir waren sie von klein auf wohl bekannt. Als kleines Mädchen liebte ich es, mit meiner Mutter auf die Rinderweiden in der Sierra Simlone rauszufahren oder mich einfach nur an meine Mutter zu kuscheln, wenn sie abends von den Feldern heim kam. Dieser typische Geruch war irgendwie unweigerlich mit meiner Mama verbunden. Aber auch ohne meine Enttäuschung über die Bevorzugung von Eleonore gegenüber meinen Eltern seitens meiner Tochter ging es einfach nicht an, die Pläne fürs Wochenende so kurzfristig zu ändern. „Mäuschen, wir haben Oma Oxana versprochen, dass du kommst. Sie hat bestimmt schon alles vorbereitet. Du kannst Oma Eleonore ja nächstes Wochenende besuchen, aber dieses Wochenende fährst du zu Oma und Opa.“

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Doch davon wollte meine Tochter nichts wissen. „Ich will da aber nicht hin!“, protestierte sie vehement. „Ich will zu Omi Elli! Ich will, ich will, ich will!“ Dabei stampfte sie wütend mit den Füßen in die von mir frisch umgegrabene Erde. „Mäuschen, beruhig dich doch“, bemühte ich mich, auf Lottchen einzureden, und meine Hände besänftigend auf ihre Schultern zu legen. Doch sie schlug meine Hände einfach beiseite.

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Und dann begann mein kleiner Liebling zu weinen. „Du bist so gemein zu mir, Mami“, warf sie mir schluchzend vor. „Du hast mich überhaupt nicht lieb. Sonst würdest du mich zu Omi Elli gehen lassen.“

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Das war mehr, als ich ertragen konnte. „Mäuschen, ist ja schon gut. Mami hat dich ganz doll lieb. Bitte weine doch nicht mehr.“ Ich drückte Lottchen fest an mich und streichelte und küsste ihr Haar. Und tatsächlich wurde das Schluchzen meines süßen Spätzchens leiser und leiser. „Und wenn du es so gerne möchtest, dann darfst du am Wochenende nach Schloss Hardsten. Oma und Opa laufen ja nicht weg. Du kannst sie auch nächstes Wochenende besuchen.“

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Das musste ich meinem Mäuschen nicht zweimal sagen. Wie der Wirbelwind stürmte sie mit lautem Jubelgeschrei davon, um ihre Tasche für das Wochenende zu packen. Jetzt musste ich nur noch Mama anrufen und ihr erklären, warum ihre Enkelin nicht zu ihr kommen würde. Und dabei fiel mir auch, dass ich Gespräche dieser Art in den letzten Monaten schon viel zu oft mit meiner Mutter führen musste.

*****

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Aber zum Glück war Lottchen nicht immer so abweisend gegenüber meiner Familie. Und auch wenn sie mehr als einmal behauptete, Thassilo sei doof, so spielte sie doch erstaunlich gerne und oft mit ihm. In der Grundschule hatte sie neue Freunde gefunden, aber Thassilo war doch der häufigste Gast in unserem Haus. Und egal ob beim Spielen am Puppenhaus…

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…oder beim Bauen von Schlössern, Tieren oder gar ägyptischen Monumenten aus Bauklötzen, die beiden hatten viel Spaß miteinander.

*****

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Einige Tage später erwartete mich eine angenehme Überraschung. Ich war im Garten und schnitt gerade einige Rosen für die Vasen im Esszimmer von unseren Rosensträuchern, als ich die Türglocke hörte. Und wenige Augenblicke später führte unser Hausmädchen Janny meine Tante zu mir auf die Terrasse. „Tante Joanna!“, begrüßte ich die Zwillingsschwester meiner Mutter überschwänglich, „ich wusste gar nicht, dass du in der Stadt bist. Wir hätten dich doch sonst zum Dinner eingeladen.“ Meine Tante nahm mich herzlich in den Arm. „Der Besuch war eine spontane Idee“, erklärte meine Tante. „Und ich werde auch nicht lange bleiben, also mach dir bloß keine Umstände.“

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Doch für einen Kaffee blieb genug Zeit. Ich ließ Janny das Gedeck auftragen und wir setzten uns in die warme Vormittagssonne. „Ich bin wegen Magda hier“, erklärte meine Tante und an ihrem strahlenden Gesichtsausdruck erkannte ich sofort, dass es dafür einen positiven Grund geben musste. „Eigentlich sollte ich noch niemandem etwas sagen, aber…Magda ist wieder schwanger.“ Entzückt presste ich die Hände an meine Brust. „Das ist ja wundervoll. Rocky wird sich über ein Geschwisterchen freuen.“ Tante Joanna stimmte mir zu. „Ich bin froh, dass meine Tochter sich in den letzten Jahren so gefestigt hat“, gestand sie mir. „Ich hatte ja so meine Zweifel, wie lange sie es mit Holden aushalten würde…oder er mit ihr. Aber sie scheint in den letzten Jahren wirklich Verantwortungsinn entwickelt zu haben. Ich bin stolz auf sie.“

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Wir tranken unseren Kaffee aus und unternahmen dann einen Spaziergang durch den Garten. Tante Joanna bewunderte die Grünanlagen und erkundigte sich nach meinem Wohlbefinden. „Francesco arbeitet viel, du kennst ihn ja“, berichtete ich. „Und Lottchen ist ein wahrer Sonnenschein. Und ich habe auch immer viel zu tun. Zusammen mit Lady Lachsigton organisiere ich demnächst eine Spendengala um Geld für das Obdachlosenheim zu sammeln. Und in etwa einem Monat darf ich Francesco nach Ägypten begleiten. Eine Baufirma aus Rodaklippa hat den Zuschlag für ein Großbauprojekt in Kairo erhalten und Francesco und ich sollen dem Spatenstich beiwohnen.“

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„Ägypten? Das ist so ein wundervolles Land, Klaudia“, schwärmte meine Tante. „Es ist dein erster Besuch, nicht wahr?“ Ich bejahte die Frage „Dann muss du dir unbedingt Zeit nehmen und die Pyramiden besichtigen. Und den Sphinx natürlich. Es ist schon so lange her, dass ich dort war. Früher, in meiner Zeit als Stewardess war ich oft in Ägypten. Und es hat sich mehr als einmal eine Möglichkeit ergeben, dass Land etwas näher zu erkunden. Hach, das waren noch wundervolle Zeiten“, die Augen meiner Tante begannen bei diesen Erinnerungen zu leuchten.

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„Und was für interessante Leute ich damals kennengelernt habe. Manche der Freundschaften von damals pflege ich noch heute. Und ihr werdet direkt in Kairo wohnen?“ „In einem Vorort von Kairo, unweit der Pyramiden“, erwiderte ich. Meine Tante kam ins Grübeln. „Ich habe eine sehr gute Freundin in Kairo. Und sie hat demnächst Geburtstag. Meinst du es wäre möglich, wenn du ihr ein Geschenk von mir mitbringen könntest? Auf dem Postweg ist leider bereits mehr als ein Päckchen verloren gegangen. Ich würde mich viel wohler fühlen, wenn ich wüsste, dass es sicher in deiner Obhut ist, Klaudia.“

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„Aber sicher doch, Tante Joanna. Das mache ich doch gerne“, antwortete ich ohne lange zu überlegen. „Ach Klaudia, du bist ein Schatz.“ Wir besprachen noch, wie ich Kontakt zu der Freundin meiner Tante aufnehmen konnte. Und das Geschenk würde sie mir mitbringen, wenn sie in den nächsten Wochen erneut Magda besuchte. Aber vorerst machte sie sich auf den Heimweg nach SimCity, wo mein Onkel Tobias und ihr Mops Toto sicher schon ungeduldig auf sie warteten.
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cheli24 (25.01.2016), Jennitschka (17.02.2016), Minchen (23.01.2016), Simsi68 (29.09.2016)
  #222 (permalink)  
Alt 21.02.2016, 11:39
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Hallo Stev84

wie sich Lottchen verändert hat, ist echt süß! Sie sieht ihrem Vater wahnsinnig ähnlich... Hoffentlich kommt sie charakterlich mehr nach ihrer Mutter... Dass sie ungern zu Klaudias Mutter geht, ist wirklich traurig... Ich hätte an Klaudias Stelle wohl nicht so verständnisvoll reagiert. Aber so ist Klaudia eben... ihre eigenen Wünsche stellt sie immer zurück

Der Gefallen von Joanna klingt irgendwie mysteriös... Sicher, es ist Klaudias Tante, aber irgendwie traue ich ihr nicht...

Ich freue mich schon, wenn es weitergeht Ich finde, deine Bilder werden immer schöner im Lauf der Geschichte

Grüßle, Jennitschka
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Meine Fotostory: Vergissmeinnicht

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Stev84 (28.02.2016)
  #223 (permalink)  
Alt 28.02.2016, 22:49
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Kapitel 73: Die Freundin meiner Tante

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Wie bei ihrem letzten Besuch besprochen, brachte Tante Joanna wenige Tage später das Geschenk für ihre Freundin vorbei. Und nach weiteren drei Wochen traten Francesco und ich unsere Reise in das heiße Ägypten an. Lottchen kam in der Zwischenzeit bei ihrer Oma unter und sie ließ uns nicht einen Augenblick im Ungewissen, dass sie bei Eleonore bleiben wollte. In Kairo angekommen nahmen wir zunächst an der Grundsteinlegung für den Bau der neuen Umgehungsstraße teil, die von der Firma aus Rodaklippa realisiert wurde. Am Abend waren wir dann zu einem Empfang bei dem Mann eingeladen, der die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Nationen in die Wege geleitet hatte und der ein enger Geschäftspartner von Francesco war. Als wir bei seinem Haus in einem ländlichen Vorort von Kairo ankamen, wurden wir von einem Diener in Empfang genommen, der sich mehrmals ungeschickt vor uns verbeugte und uns mit den Worten, „Lord und Lady Hartfels, welche große Ehre. Mein Herr ist sich bewusst, dass er ihrer Anwesenheit nicht würdig ist. Aber er bittet sie untertänigst, seine Gastfreundschaft zu akzeptieren“, in Empfang nahm. Ich war irritiert über diese Begrüßung, aber Francesco schien sie bereits zu kennen und amüsierte sich sichtlich darüber.

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Im Inneren des Hauses wurden wir sogleich vom Hausherrn sayyid Fahad Madbouli in Empfang genommen, der, ganz im Gegensatz zu den Worten seines Dieners, nicht im Geringsten den Eindruck machte, als ob er sich unserer nicht würdig fühlen würde. Er begrüßte Francesco wie einen lang verschollenen Freund, den er nach Jahren der Trennung wieder zum ersten Mal sah. Dabei hatten die beiden sich erst vor wenigen Stunden auf der Baustelle voneinander verabschiedet.

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Insgesamt entpuppte sich der Empfang als ein gemütlicher, intimer Abend. Außer sayyid Fahad war nur noch seine Mutter sayyida Sanaa anwesend, eine weltgewandte ältere Dame, die trotz ihres Alters ein sehr gutes Englisch sprach, so dass ich mich problemlos mit ihr unterhalten konnte. Man sollte aber nicht meinen, dass für uns Kosten und Mühen gescheut worden wären. Obwohl wir nur zu viert waren, wurde ein opulentes Festmahl aufgetischt und auch ansonsten wurden wir in dem luxuriösen Haus von vorne bis hinten verwöhnt.

*****

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Spät abends kamen wir wieder in unserem Hotel an. Natürlich hatte sayyid Fahad darauf bestanden, dass wir bei ihm nächtigen sollten. Aber Francesco schaffte es höflich abzulehnen, ohne die Ehre unseres Gastgebers zu verletzen. Der geschäftliche Teil der Reise war somit abgeschlossen und unser Flug zurück in die SimNation ging erst in einigen Tagen. Während ich meinen Schmuck abnahm und zurück in die Schmuckschachtel legte, sah ich im Spiegel, dass Francesco in einem Reiseführer blätterte. „Bereitest du dich schon darauf vor, mir morgen die Pyramiden und den Sphinx zu zeigen?“, fragte ich neugierig. „Ich bin schon so gespannt, all die alten Monumente zu sehen.“ Um ehrlich zu sein, hatte ich mich auf diesen Teil der Reise am meisten gefreut.

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Doch ich wurde enttäuscht, kaum dass ich meine Worte ausgesprochen hatte. „Nun, Klaudia, ich werde dich morgen auf deiner Besichtigungstour nicht begleiten können“, räumte Francesco ein. Er legte den Reiseführer auf dem Nachttisch und erhob sich vom Bett. „Sayyid Fahad hat mich vorhin auf ein Weinanbaugebiet 50 Kilometer östlich von hier aufmerksam gemacht, in dem die Muscat d’Alexandrie angebaut wird. Die Qualität des ägyptischen Weines hat in den letzten Jahren stark zugenommen und ich will mehr darüber erfahren, wie die Reben unter diesen trockenen Bedingungen angebaut werden. All die Sehenswürdigkeiten kenne ich ja ohnehin schon.“

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„Da ich aber weiß, wie gerne du die Pyramiden sehen willst“, sprach Francesco weiter, „steht der Diener von sayyid Fahad morgen und übermorgen zu deiner Verfügung, um dich auf deinen Ausflügen zu begleiten.“ Die Enttäuschung war mit deutlich ins Gesicht geschrieben. Aber Francesco sah sie nicht oder wollte sie nicht sehen. Die Reise hatte mich wieder einmal in diese Stimmung versetzt, in der ich hoffte von Francesco mehr Zuwendung zu erhalten. Ich wollte wieder einmal, allem besseren Wissen zum Trotz, dass er mich liebte. Selbst nach all den Jahren konnte ich einfach nicht von dieser Vorstellung lassen. Und jede Zurückweisung schmerzte dann fast genau so, wie beim ersten Mal.

*****

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Aber zu meinem großen Glück hielt der Schmerz nicht so lange an, wie beim ersten Mal. Ja, ich war enttäuscht, dass Francesco unseren Aufenthalt in Ägypten dazu nutzte, um Weingüter zu besichtigen, statt sich zusammen mit mir die Kulturdenkmäler dieses Landes anzusehen. Doch ich hatte gelernt, mit Enttäuschungen dieser Art zu leben. Und so konnte ich es durchaus genießen, mir am nächsten Tag den Sphinx anzusehen…

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…oder die großartigen Pyramiden von Gizeh. Am liebsten wäre ich noch nach Luxor und weiter den Nil hinauf bis nach Abu Simbel gefahren, aber dafür blieb während unseres kurzen Aufenthaltes keine Zeit. Und wenn ich ehrlich war, dann vermisste ich mein Lottchen schon nach drei Tagen furchtbar. Wir telefonierten zwar jeden Abend, aber es war doch nicht dasselbe, als wenn ich sie leibhaftig um mich gehabt hätte.

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Francescos Abwesenheit, so sehr sie mich auch betrübte, gab mir immerhin die Möglichkeit, mich ungestört mit der alten Bekannten von Tante Joanna zu treffen. Als ehemalige Stewardess sprach sayyida Mena Lufti fließend English. Am Telefon schlug sie ein Treffen auf einem belebten Marktplatz unweit unseres Hotels vor. Der Diener von sayyid Fahad begleitete mich wieder einmal. Mir war das zwar ein wenig unangenehm, aber für eine simropäische Frau war es wirklich nicht angeraten, sich außerhalb der Touristengebiete ohne Begleitung zu bewegen. Und wie vereinbart erwartete mich sayyida Mena bereits, als wir den Marktplatz erreichten.

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Bei einer Tasse stark gesüßtem Pfefferminztee erkundigte sich sayyida Mena, wie es meiner Tante Joanna in den letzten Jahren so ergangen war. Es war spannend zu hören, wie sich die beiden Frauen vor vielen Jahren bei einem mehrtägigen Streik am Londoner Flughafen kennengelernt hatten, als für mehrere Tage alle Flugzeuge am Boden bleiben mussten. Und seit diesem Tag ist der Kontakt zwischen den beiden nie abgerissen, auch wenn er weniger geworden war, seitdem die beiden nicht mehr als Stewardessen unterwegs waren. Bei sayyida Menas Erzählungen wurde mir bewusst, wie wenig ich eigentlich über meine Tante wusste. Wir sahen uns mehrmals im Jahr und verstanden uns gut. Aber ich hatte nur eine blasse Vorstellung davon, wie ihr Alltag aussah, von ihrer Vergangenheit ganz zu schweigen.

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Ich würde nach meiner Rückkehr Mama einmal ausfragen müssen oder am besten gleich Tante Joanna darauf ansprechen. Sie hatte bestimmt viel spannende Geschichten aus der ganzen Welt zu berichten. Ich unterhielt mich fast zwei Stunden mit sayyida Mena. Und bevor es Zeit wurde, sich zu verabschieden, überreichte ich ihr das Geschenk von Tante Joanna.

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Sayyida
Mena war sichtlich gerührt. „Das ist ja so typisch Joanna. Ich hab mir schon gedacht, dass sie meinen Geburtstag nicht vergessen hat. Und deshalb habe ich auch ein Kleinigkeit für sie vorbereitet.“ Aus ihrer Tasche holte sie nun ebenfalls ein hübsch verpacktes Geschenk hervor. „Wären Sie so freundlich, Klaudia, und würden Sie dieses Geschenk Ihrer Tante überreichen?“ Selbstverständlich hatte ich nichts einzuwenden. Wenn auf dem Hinflug Platz für ein Päckchen in meinem Koffer war, dann würde ein anderes auf dem Rückflug genauso gut hinein passen.
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cheli24 (07.03.2016)
  #224 (permalink)  
Alt 11.04.2016, 21:22
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Kapitel 74: Unerwarteter Inhalt

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Die letzten Tage unserer Ägyptenreise verbrachte ich in diversen Museen, während Francesco bei jedem seiner Geschäftstreffen zwei neue zu vereinbaren schien. Doch schließlich ging es für uns zurück in die SimNation. Wir hatten einen Direktflug nach Simnorsk gebucht. Der Flieger landete pünktlich und bis nach Rodaklippa war es mit einem Kleinflugzeug nicht mehr weit.

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Francesco holte unser Gepäck von Kofferband herunter. Und mit dem vollgepackten Kofferwagen fuhren wir an den Zollbeamten vorbei in Richtung Ausgang, um uns in der Abflughalle mit dem Piloten zu treffen, der uns nach Rodaklippa weiterfliegen sollte.

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Wir hatten nichts dabei, was verzollt werden musste. Weder Francesco noch ich waren große Einkäufer. Daher nickten wir den Zollbeamten nur knapp zu, die uns aber offenbar umgehen erkannten und sich ehrfürchtig verbeugten und uns mit den Worten „Lady Hartfels, Lord Hartfels, willkommen in Simnorsk“ begrüßten. Wir waren fast schon an den beiden Beamten vorbei, als ein Spürhund unter einem der Tische hervorgeschossen kam und wie wild einen unserer Koffer, meinen Koffer, anbellte.

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„Otis, aus!“, rief einer der beiden Zollbeamten. Der Hund hörte zwar augenblicklich auf das Kommando und blieb stumm, aber er hatte das Interesse an meinem Koffer dennoch nicht verloren und kratzte mit der Vorderpfote daran herum. Verwunderten blickten Francesco und ich zu den Zollbeamten, die sich gegenseitig hilflos anblickten. Doch dann fasst der rechte der beiden sich wieder. „Lord Hartfels, unser Otis hat in ihrem Koffer etwas aufgespürt. Wahrscheinlich ist es falscher Alarm, aber wir sind dennoch verpflichtet, der Sache nachzugehen.“

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Ich schrieb es dem langen Flug zu, dass Francesco in diesem Augenblick nicht sehr einsichtig reagierte. „Wenn sie ohnehin nicht erwarten, etwas zu finden, dann können wir uns den ganzen Aufwand ja sparen“, erwiderte er kurz angebunden. Doch der Zollbeamte bestand auf die Kontrolle. „Lord Hartfels, wir sind dazu nun einmal verpflichtet. Das müssen sie doch verstehen.“ Doch das tat Francesco nicht. Verärgert ging er auf den Zollbeamten zu. „Ihnen ist schon klar, Herr…“, er las das Namensschild des jungen Mannes, „…Silbermann, dass ich eine Beschwerde bei ihrem Vorgesetzten wegen dieses Vorfalls einlegen werde. Danach werden sie in Zukunft nur noch die zurückgelassenen Koffer ins Lager tragen dürfen.“ Francesco Tonfall machte deutlich, dass er keine leeren Drohungen machte. Der zweite Zollbeamte begann nervös zu werden. „Komm schon, Thor, lassen wir es dieses eine Mal gut sein“, redete er auf seinen Kollegen und rieb sich nervös die Wange. „Ich bin mir sicher, dass mit Lord Hartfels‘ Koffer alles in Ordnung ist.“

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Thor Silbermann war fast bereit, seinem Kollegen zuzustimmen, als ich zu Francesco und den beiden Zollbeamten herüber trat. Ich stellte mich hinter Francesco und legte besänftigend meine Hand auf den Oberarm meines Mannes. Halb an Francesco, halb an die beiden Zollbeamten gewandt begann ich zu sprechen. „Francesco, die beiden machen doch nur ihre Arbeit. Wir lassen sie kurz in meinen Koffer blicken. Es wird nur ein paar Minuten dauern und dann können wir unsere Weiterreise antreten. Und in ein paar Tagen wird uns der ganze Vorfall wie eine lustige Anekdote erscheinen.“ Mir taten die beiden Zollbeamten einfach so leid und ich wollte auf keinen Fall, dass sie Ärger bekamen, wenn herauskommen sollte, dass sie einem Verdacht nicht nachgegangen waren. Mit einem Grummeln stimmte Francesco mir schließlich zu und ich sah deutlich die Dankbarkeit in den Gesichtern der beiden Zollbeamten.

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Wir gingen hinüber in ein Hinterzimmer, um vor den neugierigen Blicken der übrigen Passagiere geschützt zu sein. Die Zollbeamten stellten den Koffer auf einen Tisch in der Mitte des Raumes und öffneten ihn. Etwas unangenehm war es mir schon, dass diese beiden Fremden in meinen getragenen Kleidern herumwühlten, aber ich erkannte schnell, dass es ihnen nicht viel anders erging. Dann entdeckten sie das Geschenk, welches ich von sayyida Mena für meine Tante Joanna mitgebracht hatte. Kaum hatte sie es in der Hand, da begann auch Otis wieder zu bellen. Ganz offenbar war das der Gegenstand, der seine Aufmerksamkeit erregt hatte. „Würden Sie uns bitte sagen, was sich im Inneren dieses Päckchens befindet?“, verlangte der Zollbeamte Al-Tair freundlich aber bestimmt zu erfahren.

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„Ich weiß es leider nicht“, musste ich kleinlaut eingestehen. Am liebsten hätte ich mich in Luft aufgelöst. So musste ich den beiden aber erklären, wie ich zu dem Geschenk gekommen war. „Ich bin nicht auf die Idee gekommen zu fragen, was der Inhalt des Päckchens ist. Jetzt ist mir klar, dass ich das unbedingt hätte tun sollen.“ „In dem Fall werden wir das Geschenk öffnen müssen.“ Ich stimmte zu und beobachtete herzklopfend, wie die beiden Männer vorsichtig die Schleife lösten, das Geschenkpapier abnahmen und den Karton öffneten.

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Vorsichtig blickten sie hinein. Ich sah, wie sich ihre Augenbrauen zusammenzogen. Dann holten sie eine Packung mit ägyptischen Süßigkeiten hervor. Und dann noch eine und noch eine. Und dann begannen beide plötzlich zu lachen und zogen einen Packung mit Hundekeksen hervor. Eine aufgeplatzte Packung mit Hundekeksen! Kaum hatte Herr Silbermann sie in der Hand, begann Otis wie wild herumzuspringen und zu bellen. Und sein Schwanzwedeln machte deutlich, dass er sich sehr darüber freute, was seine beiden Kollegen vom Zoll da gefunden hatten.

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„Du bis aber ein ganz Verfressener, was Otis?“, fragte Herr Silbermann den Spürhund lachend um gab ihm einen der Hundekekse zu fressen, die dieser sofort gierig verschlang. Dann wurden er und sein Kollege wieder ernster. „Lady Hartfels, Lord Hartfels, es tut uns sehr leid, dass wir ihnen unnötigerweise Unannehmlichkeiten bereitet haben. Otis ist erst seit kurzem beim Zoll tätig. Offenbar muss er ein paar seiner Lektionen noch einmal wiederholen. Wir hoffen sehr dass sie verstehen, dass wir nur unser Arbeit getan haben.“ Das taten wir. Nun, zumindest ich tat es. Bei Francesco war ich mir nicht so sicher. Die Zollbeamten halfen mir dabei, meinen Koffer wieder einzuräumen und dann konnten Francesco und ich endlich die Heimreise antreten.

*****

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Noch am selben Wochenende kam Tante Joanna wieder bei uns vorbei. Ich erfuhr alle Neuigkeiten von Magdas Schwangerschaft und im Gegenzug berichtete ich meiner Tante von meinen Erlebnissen in Ägypten. Da sie sich diesmal rechtzeitig angekündigt hatte, hatte ich auch ein Mittagessen vorbereiten können.

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Und nach dem Essen übergab ich meiner Tante dann das Geschenk ihrer Freundin. Ich hatte es so gut wieder eingepackt, wie es mir möglich war. Zum Glück waren die beiden Zollbeamten sehr vorsichtig mit der Verpackung umgegangen. Natürlich verschwieg ich den Zwischenfall am Flughafen nicht. Und zu meiner Erleichterung fand meine Tante die Geschichte urkomisch. Und dass ihrem Mops Toto nun ein paar Leckerlies entgehen würden, das konnte sie gerade noch so verkraften. Nein, sie war mir sehr dankbar, dass ich das Geschenk für sie überbracht hatte. Und als sie hörte, dass ich einem Monat mit Francesco nach Frankreich fliegen würde, fiel ihr wieder eine Bekannte ein, der ich vielleicht eine Kleinigkeit mitbringen konnte. Wie hätte ich meiner Tante solch eine Bitte abschlagen können?

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Nach etwa zwei Stunden verabschiedete sich Tante Joanna von uns und fuhr mit ihrem Jaguar zurück nach SimCity. Doch sie fuhr nicht direkt zu ihrem Haus, sondern hielt am Verwaltungsgebäude der SkyMeal. Nach außen hin war die SkyMeal ein ganz normales Cateringunternehmen für den Luftverkehr. Doch was ich nicht wusste, was ich nicht einmal ahnte war, dass die SkyMeal lediglich eine Deckfirma für Tante Joannas mafiaähnliche Verbrecherorganisation war. Sie war der Kopf von Justice, die Patin von SimCity. Und ich war unbewusst zu ihrer Hehlerin geworden. Im Hauptquartier angekommen öffnete sie das Geschenk von ihrer Geschäftspartnerin sayyida Mena. Die Süßigkeiten und auch die Hundkekse waren ihr vollkommen gleichgültig und landeten umgehend im Müll. Diese klebrigen, honiggetränkten arabischen Süßigkeiten konnte sie noch nie ausstehen. Nein, das was sie wollte, steckte im Boden der Verpackungen. Innerhalb des Kartons waren sie versteckt: Diamanten. 35 makellose Diamanten jeweils in der Größe einer Erbse. Möglicherweise waren waren es Blutdiamanten. Wahrscheinlich waren es Blutdiamanten. Aber das spielte keine Rolle solange sie jetzt Donna Joanna gehörten.


Gedanken:

Eigentlich hatte ich alles, was ich mir immer gewünscht hatte. Ich hatte eine eigene Familie. Ich hatte einen Ehemann und eine wundervolle Tochter. Und darüber hinaus war ich auch noch zur Lady von Rodaklippa aufgestiegen. Eigentlich war es wie im Traum. Eigentlich.
Denn in Wahrheit war ich nicht glücklich. Zumindest nicht so glücklich, wie man es hätte erwarten sollen. Und der Grund dafür war, dass meine Ehe eine Ehe ohne Liebe war. Mein Mann Francesco liebte mich nicht und damit kam ich nur schwerlich zurecht. Aber was hatte ich von einer arrangierten Ehe auch erwartet? Nun, leider viel mehr, als ich am Ende bekommen hatte.
Trotz aller Warnungen hatte ich darauf gehofft, dass Francesco sich in mich verlieben würde. Denn ich hatte mich in ihn verliebt. Vielleicht nicht sofort bei unserem ersten Treffen, aber spätestens am Tag unserer Hochzeit gehörte mein Herz ihm. Und immer wieder aufs Neue zu bemerken, dass er mein Herz nicht wollte, ganz zu schweigen davon, dass er mir seines schenken würde, tat unglaublich weh.
Aber ich hielt durch. Ich drängte meine Erwartungen zurück und versuchte, das Beste aus der Situation zu machen. Und meine Tochter Karlotta half mir dabei. Sie war der Sonnenschein meines Lebens. Ein Blick auf mein kleines Mädchen genügte um zu erkennen, dass sie jedes Opfer wert war. Auch wenn meine Ehe mich nicht glücklich machte, meine Tochter tat es.
Und auch wenn ich es zu Beginn meiner Ehe nicht für möglich gehalten hatte, meine Rolle als Lady von Rodaklippa erfüllte mich. Ich hatte das Gefühl mit alle meinem sozialen Engagement, etwas Gutes für die Gesellschaft zu tun.
Der große Wehmutstropfen war aber, dass ich dafür auf die Anerkennung als Malerin verzichten musste. Ich malte weiterhin…aber nur noch für mich selbst, um den Gefühlen in meinem Herzen Ausdruck zu verleihen. Verkaufen wollte ich meine Bilder nicht mehr. Ich hätte es weiterhin gekonnt, aber zu groß waren meine Bedenken, dass die Leute meine Bilder nur noch mochten, weil sie von „Lady Hartfels“ gemalt worden waren. Jede Anerkennung war somit vergiftet und so verzichtete ich lieber ganz auf sie.
Doch ich blickte auch sorgenvoll in die Zukunft. Karlotta wurde älter. In diesem Jahr ging sie schon zur Grundschule. Die Zeit verging so rasend schnell. Ehe ich es mich versah, würde sie auf die Universität gehen. In Simnorsk, wenn ich Glück hatte, oder nicht einmal innerhalb der SimNation, wenn ich Pech hatte. Eher früher als später würde Karlotta mich verlassen. Und dann wäre ich allein in meiner lieblosen Ehe. Würden meine Pflichten als Lady dann noch genügen um mich halbwegs glücklich zu machen. Ich hatte meine Zweifel…und das machte mir Angst.
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cheli24 (12.04.2016)
  #225 (permalink)  
Alt 11.04.2016, 21:38
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@Jennitschka

Danke für deinen Kommentar!

Ja, Lottchen kommt wirklich sehr nach Francesco. Haare, Haut, Augen, alles von ihm. Und seine Gesichtszüge erkennt man bei ihr auch deutlich wieder. Einen Vaterschaftstest hätte es wahrlich nicht bedurft

Und was Tante Joanna betrifft: Bei der sollte man immer vorsichtig sein. Sie würde ihrer Familie zwar nie mit Absicht schaden, aber ein gewisses Risiko kalkuliert sie bei ihren Plänen immer mit ein.

Und vielen Dank für das Lob zu den Bildern! Das freut mich wirklich sehr Aber ich muss auch zugeben, dass in den Bildern auch immer mehr Arbeit steckt, je länger die Geschichte läuft.
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Jennitschka (12.04.2016)
 
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